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Die Sage vom "Schwarzen
Jaka"
Vor langer Zeit lebte im Schloss Spielfeld ein Graf. Er
liebte die Geselligkeit und liess sich gerne Geschichten erzählen. Eines Tages
hörte er folgendes:
Der Amtmann von St. Ägydi kehrte abends in einem Wirtshaus ein. In der Stube sah
er eine hagere Gestalt auf der Ofenbank sitzen. Es war der "Schwarze Jaka", ein
Pferdedieb und Landstreicher, dem es immer gelungen war, einer Verhaftung zu
entkommen. Jaka sah den Amtmann, begrüsste ihn demütig und bat, an dessen Tisch
Platz nehmen zu dürfen. Der Amtmann erlaubte dies. Bald sagte der Schwarze Jaka:
"Amtmann, ich weiss, dass Sie ausgeritten sind, um mich zu fangen!" Dieser gab
keine Antwort, legte aber griffbereit seine Pistole auf den Tisch. Da sprach der
Amtmann: "Spitzbub, vor dir habe ich keine Angst! Ich werde dich fangen und in
ein finsteres Loch bringen!" Jaka lächelte und sagte: "Dies wird nie geschehen!
Eher wette ich eine grosse Summe, dass es mir gelingt, euch das Pferd unter dem
Hintern wegzustehlen!" Der Amtmann schrie: "Das ist unmöglich! Gelingt es dir
aber, bekommst du von mir 100 Taler!" Jaka schmunzelte und erwiderte:
"Einverstanden! Die Wette gilt!" Der Amtmann gab der Wirtin gleich 100 Taler und
sagte: "Wenn der Bursche wirklich mit meinem Pferd erscheint, gehört ihm das
Geld. Sind aber acht Tage um, gehört der Betrag wieder mir!" Jaka verliess die
Stube, der Amtmann blieb sitzen.
Als er sich spät auf den Weg machte, war stockfinstere Nacht. Bald kam er mit
seinem Pferd in die Mitte des Waldes. Er hörte lautes Klagen. "Bitte helft mir,
sonst muss ich hier sterben!" Der sonst vorsichtige Amtmann sah einen Mann im
Graben liegen, stieg vom Pferd und hörte das Jammern: "Habt Erbarmen mit einem
Krüppel! Der Erzlump Jaka kam betrunken des Weges, schlug mich nieder und nahm
mir auch meine Krücken weg, die nun dort am Eichenbaum hängen!" Der Amtmann ging
zur Eiche. Da sprang der "Krüppel" blitzschnell auf das Pferd, gab dem Ross die
Sporen und rief: "Herr Amtmann, jetzt hol' ich mir die 100 Taler!" Der Amtmann
fluchte, schimpfte und musste zu Fuss nach Hause gehen.
Dem Spielfelder Grafen gefiel diese Geschichte so gut, dass er den Schwarzen
Jaka in seine Dienste stellen wollte.
| © Peter Stelzl |
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