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Von der Rupertilinde
Als der Heilige Rupert Bischof von Salzburg wurde, kam er
auch einmal ins Leibnitzer Feld, um die heidnischen Bewohner zum Christentum zu
bekehren.
An einem heissen Sommertag wanderte er über die Ebene und die grosse Hitze
setzte ihm arg zu. Da erblickte er in der Ferne einen mächtige, alte Linde. Mit
letzter Kraft erreichte der Heilige diesen Baum, in dessen Schatten er sich
niederliess, eine Weile schlief und so Erholung fand.
Gegen Abend verliess er diesen Platz, kam zu einem gastlichen Haus, in dem er
längere Zeit verblieb, predigte und taufte. Bei der mächtigen Linde liess der
Heilige Rupert eine Kapelle bauen, in der er noch selbst die Gläubigen zum Gebet
versammelte. Als er wieder nach Salzburg zurückwanderte, erinnerten Kapelle und
Linde an seine Lehren.
Die Kapelle soll dann von den Türken zerstört worden sein, wurde jedoch bald
wieder aufgebaut. Auch der Lindenbaum verdorrte mit der Zeit. Seine Wurzeln
allerdings blieben gesund. Ein neuer Baum entspross dem morschen Stamme. Linde
und Kapelle wurden zur Erinnerung an den Heiligen "Rupertilinde" und "Rupertikapelle"
genannt.
Die Rupertikapelle stand nahe dem Murufer zwischen Ober- und Untergralla. Die
Hochwasser der Mur zerstörten 1685 die kleine Kirche. 1688 wurde eine neue,
grössere Kapelle erbaut, die aber ein paar Jahrzehnte später eine Ruine war.
Im Jahre 1800 erbaute die Gemeinde Obergralla eine neue Kapelle, die aber schon
1827 von einem weiteren Hochwasser zerstört wurde. Auch zahlreiche Häuser wurden
vernichtet. Die Bewohner erbauten neue Häuser und auch eine neue Kapelle weiter
westlich der Hauptstrasse (Neu-Gralla). Diese Kapelle steht nun an der Stelle,
wo 1786 die Rupertikirche abgerissen wurde.
| © Peter Stelzl |
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