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Die herzlose Gräfin vom Schloss
Herbersdorf
Vor vielen Jahrzehnten lebte auf Schloss Herbersdorf eine gar stolze und
hartherzige Gräfin. Eines Tages kam eine Bettlerin mit ihren sieben kleinen
Kindern in den Schlosshof und bat die Schlossherrin, die sich soeben zur
Ausfahrt in ihrer vornehmen Kalesche anschickte, flehentlich um ein Almosen.
Diese jedoch zeigte nicht das geringste Erbarmen, sondern herrschte sie höchst
unwirsch und abweisend mit den Worten an: „Warum müsst ihr armes Volk denn
immer so viele Kinder haben, wie es die Schweine mit den Ferkeln halten!”
und befahl ihrem Kutscher, die Frau samt ihren Kindern mit der Peitsche zum Tor
hinauszujagen. Ehe die Bettelfrau aber den Hof verließ, schleuderte sie mit
kreischender Stimme der herzlosen Gräfin noch den Fluch entgegen: „Ihr sollt auch Kinder
kriegen, zweimal soviel, wie die Woche Tage hat!”
Allzubald war die Gräfin guter Hoffnung, sie gebar vierzehn Kinder, klein wie
Feldmäuse und mit Köpfen wie die eines Schweines!
| © Peter Stelzl |
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