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Wie der Teufel als erster die südsteirische
Mischung verkostete
Da war einmal beim „Unteren Froillach”, heute im Besitz von Erwin
und Hermi Sabathi, vor vielen, vielen Jahren ein Bauer, der trotz fleißiger
Arbeit immerfort Pech hatte. Dürre und Hagel vernichteten die Ernte, das Vieh
starb an Seuchen, die Lese war kläglich, der Stadl fiel zusammen, kurz, es
wollte ihm einfach nichts gelingen.
Voll Neid schaute er auf seine Nachbarn, die stets wachsenden Erfolg hatten. In
seiner Verzweiflung jammerte und klagte er laut vor sich hin, ihm könne nur mehr
der Teufel helfen. im selben Augenblick stand auch schon der Leibhaftige da und
sprach: „Wenn du mir deine Seele gibst, wirst ein reicher Mann!” Der arme Bauer
ging sofort auf den Handel ein, und tatsächlich wandte sich in seiner Wirtschaft
alsbald alles zum Guten: Das Vieh gedieh, Felder und Wiesen standen prächtig da,
der Wein erreichte beste Güte!
So gingen zehn Jahre dahin. Da stand plötzlich der Teufel wieder vor dem Bauern
und wollte die Einlösung des Vertrages. Dem Mann aber kam die Angst vor dem zu
frühen Sterben. Ausgerechnet jetzt, wo ihm alles so gut vonstatten ging! Er
flehte den Satan an, er möge ihn doch noch ein paar Jahrln auf Erden leben
lassen. Von der vorgebrachten Bitte überrascht, zeigte sich Luzifer nun von ganz
ungewohnter Gnade und sagte: „Wenn du mir ganz schnell einen Trunk
herbeischaffst, der mir schmeckt und den ich nicht kenne, gebe ich deine Seele
frei und verschone dich!”
Der Bauer eilte darauf in den Keller, nahm
einen großen Krug und murmelte die ihm soeben in den Sinn gekommenen Reimworte: „A
halber Kruag Wasser, a halber Kruag Wein, des wird wohl die richtige Mischung
sein!” Er tat, wie er sagte und brachte den so gefüllten Krug dem durstig
wartenden Satan. Der nippte zuerst vorsichtig, wiegte erstaunt sein gehörntes
Haupt, nahm darauf sogleich einen gar kräftige Schluck und fand nun höchst
lobende Worte. im selben Augenblick aber verschwand er auch schon unter
surrenden und schwirrenden Lauten aus dem Hof und ward fortan dort nie mehr
gesehen.
So verdanken die Südsteirer die so beliebt gewordene „Mischung” ureigentlich dem
Teufel und nennen sie - welch merkwürdige Laune des sprachlichen Ausdrucks -
einen „Göttertrank”!
| © Peter Stelzl |
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