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Südsteirische Sagenwelt

Eine Sagenreise durch den Bezirk Leibnitz

Unser Reiseleiter ist Herr Peter Stelzl aus Arnfels, der die hier aufgeführten Sagen gesammelt und freundlicherweise seine Zustimmung zur Veröffentlichung auf dieser Website erteilt hat.

Die Sagen auf dieser Seite werden in regelmäßigen Abständen ergänzt und können in dem Buch "Südsteirische Sagenwelt", erschienen 1995 im Eigenverlag, nachgelesen werden.

 

Wie der Teufel als erster die südsteirische Mischung verkostete

Da war einmal beim „Unteren Froillach”, heute im Besitz von Erwin und Hermi Sabathi, vor vielen, vielen Jahren ein Bauer, der trotz fleißiger Arbeit immerfort Pech hatte. Dürre und Hagel vernichteten die Ernte, das Vieh starb an Seuchen, die Lese war kläglich, der Stadl fiel zusammen, kurz, es wollte ihm einfach nichts gelingen.

Voll Neid schaute er auf seine Nachbarn, die stets wachsenden Erfolg hatten. In seiner Verzweiflung jammerte und klagte er laut vor sich hin, ihm könne nur mehr der Teufel helfen. im selben Augenblick stand auch schon der Leibhaftige da und sprach: „Wenn du mir deine Seele gibst, wirst ein reicher Mann!” Der arme Bauer ging sofort auf den Handel ein, und tatsächlich wandte sich in seiner Wirtschaft alsbald alles zum Guten: Das Vieh gedieh, Felder und Wiesen standen prächtig da, der Wein erreichte beste Güte!

So gingen zehn Jahre dahin. Da stand plötzlich der Teufel wieder vor dem Bauern und wollte die Einlösung des Vertrages. Dem Mann aber kam die Angst vor dem zu frühen Sterben. Ausgerechnet jetzt, wo ihm alles so gut vonstatten ging! Er flehte den Satan an, er möge ihn doch noch ein paar Jahrln auf Erden leben lassen. Von der vorgebrachten Bitte überrascht, zeigte sich Luzifer nun von ganz ungewohnter Gnade und sagte: „Wenn du mir ganz schnell einen Trunk herbeischaffst, der mir schmeckt und den ich nicht kenne, gebe ich deine Seele frei und verschone dich!”
Der Bauer eilte darauf in den Keller, nahm einen großen Krug und murmelte die ihm soeben in den Sinn gekommenen Reimworte: „A halber Kruag Wasser, a halber Kruag Wein, des wird wohl die richtige Mischung sein!” Er tat, wie er sagte und brachte den so gefüllten Krug dem durstig wartenden Satan. Der nippte zuerst vorsichtig, wiegte erstaunt sein gehörntes Haupt, nahm darauf sogleich einen gar kräftige Schluck und fand nun höchst lobende Worte. im selben Augenblick aber verschwand er auch schon unter surrenden und schwirrenden Lauten aus dem Hof und ward fortan dort nie mehr gesehen.

So verdanken die Südsteirer die so beliebt gewordene „Mischung” ureigentlich dem Teufel und nennen sie - welch merkwürdige Laune des sprachlichen Ausdrucks - einen „Göttertrank”!

© Peter Stelzl


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