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Von der weintrinkenden Schlange im
Schloss Ehrenhausen
Der alte Hausknecht Johann von Schloß Ehrenhausen, der später Bürger in Straß
- vulgo Hofdrescher - wurde, erzählte, dass zu seiner Zeit (um 1800) im
Herrschaftskeller zu Ehrenhausen auf den Fässern vom besten Wein immer die
Steine, womit man das Peilloch verlegte, weg geschoben wurden, und alles herum
mit Wein derglitschelt war.
Weil man Diebe vermutete, so haben sich der Hausknecht und der Jägerbursche auf
der Vorstiege mit Gewehren auf die Pass gestellt. Nach 10 Uhr nachts kroch durch
das Gitter des Kellerfensters eine große Schlange herein - von dem davor
liegenden Steinhaufen her - ist auf die Fässer und soff Wein. Da schossen sie
beide auf einmal durch die halb geöffnete Kellertür und trafen sie auch. Da
schlug sie mit ihrem Schweif das Kellergewölb durch, sie aber sperrten die Türe
zu.
Als man sie anderen Tags toter ausstreifte, wog man sie: sie hatte 5 Lt (Pfund)
28 Loth.
Als man den Steinhaufen entfernte, fand man ein menschliches Gerippe der Mauer
entlang liegen. Wahrscheinlich ist dieser Mensch ermordet und dort eingescharrt
worden.
| © Peter Stelzl |
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