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Südsteirische Sagenwelt

Eine Sagenreise durch den Bezirk Leibnitz

Unser Reiseleiter ist Herr Peter Stelzl aus Arnfels, der die hier aufgeführten Sagen gesammelt und freundlicherweise seine Zustimmung zur Veröffentlichung auf dieser Website erteilt hat.

Die Sagen auf dieser Seite werden in regelmäßigen Abständen ergänzt und können in dem Buch "Südsteirische Sagenwelt", erschienen 1995 im Eigenverlag, nachgelesen werden.

 

Wie Kaindorf zu seinem Namen kam

Wo Sulm und Lassnitz zusammen kommen, soll einst ein grosses, reiches Dorf gewesen sein. Aber die Leute, die darin wohnten, sollen gottlos und hartherzig gewesen sein. Es war in einem schneereichen Winter. Ein gebrechlich altes Mütterchen zog von Haus zu Haus und bat um Brot und ein Nachtlager. Doch überall wurde es abgewiesen und in die raue Winternacht hinausgejagt. Dort, wo jetzt das Schloss Seggau steht, soll es zu einer kleinen Keusche gekommen sein. Diese gehörte einer armen Witwe. Bei dieser Frau fand die Alte freundliche Aufnahme und durfte auch übernachten.

Am Morgen erzählte die Alte, wie die Leute unten im Dorfe hartherzig und schlecht wären. Die Strafe werde aber kommen. Der ganze Ort würde überschwemmt werden und kein einziges Haus würde verschont bleiben. Dies sagte sie in einem drohenden Ton. Der Witwe wurde angst und bange. Jetzt erzählte sie der Alten, dass im Dorfe eine Tochter von ihr lebe, die mit einem bösen und geizigen Mann verheiratet wäre. Da bat nun die Witwe, es möge doch die Alte mit ihr beten, dass ihrer Tochter nichts geschehe. Das gebrechliche Mütterchen sagte mit einer Bestimmtheit, dass der jungen Frau nichts geschehen werde.

Am folgenden Morgen bedankte sich das alte Mütterchen für die Aufnahme und verliess die Keusche. Sie erwähnte noch beim hinaus gehen, dass sie für die gute Behandlung ein Zeichen setze werden. Dann ging sie in die Winterlandschaft hinaus. Über diese Aussage verwundert ging die Keuschlerin wenig später ihren Fussspuren nach, die im frisch gefallenen Schnee eingedrückt waren. An einer bestimmten Stelle waren keine Spuren mehr zu sehen.

Am nächsten Tag setzten schwere Regenfälle ein, Eis und Schnee schmolzen schnell dahin. Sulm und Lassnitz schwollen immer mehr an, traten aus den Ufern und überschwemmten das ganze Dorf. Alle Häuser stürzten ein und die blühende Ortschaft wurde ganz vernichtet. Nur das Häuschen, in dem die Tochter der armen Witwe wohnte, blieb verschont.

Erst allmählich entstand zwischen den beiden Flüssen Lassnitz und Sulm eine Ortschaft. Diese erhielt den Namen "Kaindorf", weil durch die Überschwemmung die Häuser zerstört wurden und "kein Dorf" mehr da war.

© Peter Stelzl

 

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