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Die wilde Jagd vom Seggauberg
Über dem Seggauberg, der von drei Seiten von der Sulm
umflossen wird und schön bewaldet ist, saust gerne an bestimmten Tagen die Wilde
Jagd mit Lärm und Getöse hinweg. Vor allem in den Oktober- und Novembernächten
hören die Seggauer in den Lüften tierisches Stimmengewirr, hören ein Gejohle und
ein Geheul und vernehmen das Schreien der wilden Jäger, ihrer gottlosen Gehilfen
und das Wiehern der Pferde, auf denen die vom Teufel Gejagten umherreiten.
Manche wussten zu erzählen, dass sie auch das Singen von seltsamen Vögeln hörten
und kleine Hunde und Schweine bergauf zum Schloss Polheim laufen sahen.
Die Seggauer wussten sich vor dem "Wildgjoa" zu schützen.
Hörten sie an diesen Tagen nach dem Betläuten auf dem Heimweg das wilde
Stimmengewirr, das Bellen von Hunden und das Fluchen von Teufelsgesellen,
stellen sie sich schnell unter eine Dachrinne oder legten sich in eine
Wagenspur. Einige, die diese Gefahr nicht erkannten, wurden von den wilden
Jägern in die Lüfte gezerrt und wurden nie mehr gesehen.
Andere, so weiss der Volksmund zu erzählen, wurden hoch in die Luft gehoben,
fielen aber fast unversehrt in das Wasser der Sulm. Sie wurden deshalb gerettet,
da das Wildgjoa" keine getauften Menschen über Wasser tragen kann.
| © Peter Stelzl |
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